Schrammels bevorzugter Werkstoff ist Ton. In den letzten Jahren experimentiert sie aber auch vermehrt mit anderen Materialien. Zeichnungen entstehen parallel dazu als Vorbereitung zu ihren dreidimensionalen Arbeiten und als selbständige Werke. Schrammels Oeuvre zeigt in seiner Entwicklung ein Streben nach Reduktion und Harmonisierung, sowohl in Bezug auf Formen als auch auf Oberflächen und Farben. Ihre Arbeiten strahlen eine Art „statische Bewegung“ aus. Widersprüche, die ihre Spannung und Intensität ausmachen.

Die weichen Formen einer Welle, konvexe und konkave Kurven erinnern an Weiblichkeit, zwei Frauen stehen hier in Kommunikation: Eine Künstlerin des 21. Jahrhunderts nimmt Kontakt auf mit einer "Frau der ersten Stunde“ und zeigt ihr Reminiszenz und Ehrerweisung. Ergebnis ist ein „Porträt“ in Reduktion und Ausdruck. In glatter Form erinnern Schriftzüge an eine Frau der Schrift, Keramik als optisch weiches Material schwingt und versetzt in Schwingung. Die weiße Farbe der Glasur der Oberfläche lässt an die symbolische Farbe Weiß für Frieden denken.

Auch technisch stellte die Tafel aufgrund ihrer Größe eine Herausforderung dar, sie in Ton umzusetzen. Die Herausforderung eines Materials, das ursprüngliche Kraft vermittelt. Ton ist zugleich Erde und Verfeinerung, mütterliche Schaffenskraft und Realisierung in Form. Realisierung des Bildes einer Frau, für die der Friede schaffende Kraft war.