| FROZEN LINES - SPIRALEN |
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Dynamik und Energie räumlicher Objekte ist das zentrale Thema der Arbeiten von Lilo Schrammel. Ihre kleinen „Spiralen „
sind höchst widersprüchliche Gegenstände,die Unruhe erzeugen . Die Widersprüchlichkeit entsteht zunächst durch das
Material und seine Gestaltung. Ton ist ein rohes, unförmiges, wuchtiges und schweres Material, das sich der Auflösung , dem
Filigranen, der Bewegung und der Transparenz widersetzt. |
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Lilo Schrammel hat diesen rohen Charakter des Tones einerseits betont, indem sie die Oberfläche der Struktur körnig, rauh
und fast grob beließ. Andererseits hat sie das Material konterkariert, indem sie dynamisches , durchlässiges Schlingwerk schuf,
indem die Schwerkraft aufgehoben erscheint. Der Rundform der Schlinge steht ihr kantiges Profil entgegen. Die zusammen-
gepressten Schlingen
wirken wie ein erstarrtes Moment einer rasanten Bewegung und es schein , als ob sich die Verschlingung
jeden Augenblick entfesseln und in den Raum ausschlagen könnte. |
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Das Chaos energetischer Ströme und unberechenbarer Bewegungsimpulse ist sozusagen nur für einen Augenblick gebannt
und eingefroren. Spannung erzeugt auch die Kombination linearer Elemente - denn die Schlinge ist ein lineares, grafisches
Element - und der Raumdurchdringung in einem virulenten Gegeneinander von geballtem Volumen und ausgesparten
Leerräumen. |
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Mit dem Bannen in Ton hat die Künstlerin ein labiles Gleichgewicht zwischen auseinandertriftenden Kräften und einer in sich
ruhenden Konstellation geschaffen. Zuspitzung und Aufhebung von Spannung wirken gleichzeitig und beunruhigend auf den
Betrachter. Als Kontrapunkt zu den auf Podesten plazierten „Kleinen Spiralen" zeigt Lilo Schrammel drei kompakte "Bodenstücke",
die die Rundbewegung ruhig, in sich geschlossen aufgreifen und zum Abschwingen bringen. |
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| Dr. Barbara Wally , Kunsthistorikerin |
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